Nach einem Alarm war der Einsatz in der App manchmal nicht sofort
sichtbar. Mit einer Umstellung am 09.07.2026 wurde das optimiert.
Warum passierte das?
Die App empfängt die Alarme auf zwei Wegen: über das Funksignal (wie der Pager) und über eine digitale Schnittstelle der Landesnotrufzentrale. Die Schnittstellendaten kamen dabei manchmal mit Verzögerung an — die App musste darauf warten, bevor der Einsatz angezeigt werden konnte. Die Ursache liegt
nicht in der App, sondern in der vorgelagerten Verarbeitung der Schnittstelle, auf die wir keinen Einfluss haben.
Was macht das Update?
Ab sofort erkennt das System, wenn Funkalarm und digitaler Alarm zum selben Einsatz gehören, und ordnet sie automatisch zusammen. Der Einsatz ist damit sofort sichtbar, sobald einer der beiden Kanäle eintrifft — ohne Wartezeit.
Beispiel 1 — Schnittstelle kommt zuerst
Die Feuerwehr Y fordert die Feuerwehr X mit der Drehleiter an. Die App zeigt den Text aus der digitalen Schnittstelle an — dieser kann kürzer oder anders aufgebaut sein als der Pagertext:
| Pager | LNZ FW FF X A2 LANDWIRTSCHAFT HAUPTSTRASSE 29 FF Y FORDERT FF X MIT DL AN |
|---|---|
| App | FF X A2 LANDWIRTSCHAFT HAUPTSTRASSE 29 |
Es handelt sich um denselben Einsatz. Die Zusatzinfo (FF Y fordert FF X mit DL an) ist bei der Einsatzinfo in der App ersichtlich.
Beispiel 2 — Funk kommt zuerst
Die App empfängt zuerst denselben Alarm wie der Pager:
LNZ FW FF X A2 LANDWIRTSCHAFT HAUPTSTRASSE 29 FF Y FORDERT FF X MIT DL AN
Wenn später die digitalen Daten aus der Schnittstelle eintreffen, werden diese dem bereits vorhandenen Einsatz zugeordnet.
Beispiel 3 — Funksignal wird mehrfach ausgestrahlt
Funksignale werden technisch bedingt mehrfach gesendet, oft mit einem Abstand von ungefähr 30 Sekunden. Damit dadurch nicht mehrere Benachrichtigungen für denselben Einsatz entstehen, erkennt das System Wiederholungen und unterdrückt doppelte Benachrichtigungen.
Die Funkmeldungen werden dabei nicht gelöscht oder ignoriert. Auch unterdrückte Funkmeldungen werden weiterhin gespeichert und dem richtigen Einsatz zugeordnet. Die Unterdrückung betrifft nur doppelte Benachrichtigungen wie Push, SMS, E-Mail oder Webhooks.
Beides beschreibt denselben Einsatz. Alle Einsatzdaten und Rückmeldungen bleiben vollständig.
Hintergrund und technische Umsetzung
Ausgangslage
Pocsag Südtirol empfängt Alarme parallel über zwei Kanäle: das Funksignal (sog. Funkmeldung) und die Schnittstelle der LNZ (strukturierte Alarmdaten).
In der alten Datenbankstruktur erhielt jede Funkmeldung automatisch einen temporären Einsatz, der später mit den Schnittstellendaten der LNZ zusammengeführt und gelöscht wurde. Mit dem App Update und der damit verbundenen Datenbankumstellung Mitte Juni 2026 entfiel dieser Mechanismus:
Funkmeldungen werden seither direkt mit dem Einsatz aus der Schnittstelle verknüpft, was die Abhängigkeit von der Liefergeschwindigkeit der Schnittstellendaten erstmals richtig sichtbar machte.
Technische Lösung: Zweistufiger In-Memory-Cache
Textabgleich-Verfahren
Da Schnittstellen- und Funk-Texte unterschiedliche Präfixe und Suffixe tragen, wird kein Volltext-Vergleich durchgeführt.
Stattdessen:
- Text der Schnittstelle: Abschneiden von Zusatzinformationen ab
ADR:
bzw.
BEH: - Beide Texte: Normalisierung (Großbuchstaben, nur alphanumerische Zeichen),
Tokenisierung - Abgleich über Schnittmenge der signifikanten Wörter (Länge ≥ 4 Zeichen):
Übereinstimmungsrate ≥ 60% relativ zur kürzeren Wortliste
Da der RIC bereits als primärer Schlüssel verwendet wird und Einsatzart, Stichwort sowie Ortsangabe in beiden Texten enthalten sind, liegt die Übereinstimmungsrate in der Praxis typischerweise bei nahezu 100% — auch wenn die Stationsnamen abweichen.
Verhalten bei Reihenfolgeumkehr
- Schnittstelle zuerst: Cache-Eintrag vorhanden →
Funkmeldung wird unterdrückt,einsatzIddirekt zugewiesen. - Funk zuerst: Kein Schnittstellen-Cache-Eintrag →
Funkmeldung wird normal verarbeitet und in den Funk-Cache eingetragen;
spätere Wiederholungen werden unterdrückt.
Unterdrückte Funkmeldungen werden weiterhin in die Datenbank geschrieben und
korrekt mit der
einsatzId des Einsatzes verknüpft. Die Unterdrückung betrifft ausschließlichausgehende Benachrichtigungen (Push, SMS, E-Mail, Webhook) — nicht den Datenbankbestand.
